Ablenkung und die Lösung: Disziplin

In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, wie stark das Thema Ablenkung unser Leben bestimmt. Besonders bei jungen Menschen fällt mir auf, wie schwer es fällt, wirklich bei sich zu bleiben. Kein Wunder: Wir leben in einer Welt, die uns pausenlos Reize sendet. Push-Nachrichten, Social Media, E-Mails, Multitasking, ständige Erreichbarkeit. Alles ist gleichzeitig verfügbar. Und genau das macht es so schwierig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Ablenkung ist längst kein kurzer Moment der Unachtsamkeit mehr. Sie ist ein Dauerzustand geworden. Unser Kopf ist ständig beschäftigt, aber selten wirklich präsent. Man beginnt vieles, bringt wenig zu Ende, springt von Gedanke zu Gedanke und verliert dabei nicht nur Energie, sondern auch die Verbindung zu sich selbst. Viele meiner Klientinnen und Klienten beschreiben genau dieses Gefühl: gedanklich zerrissen, unruhig, überfordert. Und das betrifft längst nicht nur den Sport.

Auch im Alltag oder im Berufsleben fehlt oft der Fokus. Man spürt den Wunsch nach Klarheit, aber die Gedanken kreisen. Die Anforderungen von aussen, sei es durch Erwartungen, Feedback, Leistungsdruck oder den ständigen Vergleich, sind hoch. Und so gerät man leicht aus der eigenen Spur.
Was hilft? Für mich ist die Antwort klar: Disziplin.

Allerdings nicht im klassischen Sinn. Ich spreche nicht von Strenge, starren Plänen oder Verzicht, sondern von einer inneren Haltung. Disziplin bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen. Bewusst Entscheidungen zu treffen, die guttun. Strukturen zu schaffen, die Halt geben. Und nicht jedes Mal von äusseren Reizen mitgerissen zu werden. Disziplin ist keine Einschränkung, sondern Selbstverantwortung.

Ein Beispiel dafür ist Janis Moser. Janis ist 25 Jahre alt und spielt bei den Tampa Bay Lightning in der National Hockey League, der besten Eishockeyliga der Welt. Wir spielten früher gemeinsam in Biel und im Januar konnte ich ihn in Tampa als Freund besuchen. Was mich beeindruckt, ist seine Haltung. Janis arbeitet seit Jahren konsequent mit einem Mentalcoach zusammen. Nicht nur während der Saison, sondern auch in der Off-Season. Nicht, weil er muss, sondern weil er verstanden hat, dass Fortschritt dort entsteht, wo man regelmässig hinschaut.

Mentales Training ist für ihn kein Projekt, das man startet und wieder beendet. Es ist ein kontinuierlicher Prozess. Wiederholung, Reflexion, Weiterentwicklung. Auch in den Ferien oder in Phasen ohne Druck. Er führt sich selbst mit einer ruhigen, klaren Konsequenz, ohne Verbissenheit, aber mit voller Verantwortung für seine Entwicklung. Und genau hier liegt der Schlüssel: Wer Verantwortung für Denken, Fühlen und Handeln übernimmt und diese Verantwortung konsequent lebt, schafft die Grundlage für echte, nachhaltige Weiterentwicklung.

Was mir dabei auffällt: Damit mentale Stärke wirklich wachsen kann, braucht es, wie beim körperlichen Training, eine gewisse Regelmässigkeit. Und genau diese Konstanz fällt vielen schwer. Nicht aus mangelndem Interesse, sondern weil der Alltag oft zu wenig Raum lässt. Ich merke in den Coachings, dass es genau hier Unterstützung braucht. Nicht durch Druck oder Erwartungen, sondern durch klare, alltagsnahe Strukturen, die helfen, dranzubleiben.

Genau deshalb habe ich neue Coaching-Packages entwickelt, die an diesem Punkt ansetzen. Sie unterstützen dabei, Schritt für Schritt mentale Disziplin aufzubauen, ohne Überforderung, aber mit einer klaren Linie. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Sondern darum, sich bewusster zu führen und das eigene Potenzial konsequent zu entfalten.

In einer Welt voller Ablenkung ist Disziplin der Weg zurück zu sich selbst.
Wer es schafft, sich mental klar auszurichten, gewinnt nicht nur im Sport oder im Beruf, sondern vor allem im Umgang mit sich selbst. Denn dort beginnt echte Stärke.

Fabian Lüthi Einzelcoaching
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